A-8081 Heiligenkreuz a. W., Friedensplatz 1, Tel: +43 (0)3135/82625

Auf dem Weg zur eigenen Mitte

Gastfreundschaft

Gastfreundschaft


im Spannungsfeld des Alltags


Das Haus der Stille wurde mit der Intention gegründet, Einzelgäste und Gruppen aufzunehmen, die die Stille suchen. Dabei wird uns immer deutlicher, wie viel Not sich hinter scheinbar perfekten und manchmal auch reichen Fassaden versteckt. Daher ist die Gastfreundschaft von Anfang an ein wesentliches Merkmal unseres Lebens und unserer Arbeit.

Gastfreundschaft ist unsere Reaktion auf einen Menschen, der zu uns kommt, weil er nicht weiß,
  • wo er akzeptiert wird, so wie er ist,

  • wo er Hilfe findet bei seiner Suche nach einem erfüllteren Leben,

  • wo er seine Ratlosigkeit ungeschminkt ausschütten kann,

  • wohin er mit seiner Verzweiflung gehen kann,

  • wohin er sich wenden soll und nicht abgewiesen wird.

Bewegt durch die konkreten Lebenssituationen von Menschen, die mitten unter uns leben, und sensibilisiert durch Worte Jesu und deren Auslegung durch glaubwürdige Zeugen, bemühen wir uns, Antwort zu geben durch unser Leben im Haus der Stille.

Unsere derzeitige Praxis sieht so aus:
  • Unser Haus ist offen für jeden Menschen, der fähig und willig ist, sich auf unsere Gemeinschaft einzulassen – unabhängig davon, ob er es sich jetzt leisten kann oder nicht.

  • Wir selbst stehen für Gespräche zur Verfügung (auch Lebens- und Sozialberatung).

  • Wir vermitteln Kontakte zu professionellen Beratern und Therapeuten.

  • Wir begleiten Flüchtlinge zu Behörden u.ä.

  • Wer finanziell in Not ist, kann trotzdem gerne einige Zeit bei uns leben.


Nicht unerwähnt bleiben dürfen verschiedene Gegebenheiten, die das Zusammenleben im Haus der Stille so menschlich machen.
Es gibt ein echtes Miteinander
  • beim Geschirr abwaschen
  • beim Arbeiten in der Küche, im Haus und im Garten
  • beim gemeinsamen Feiern von Geburtstagen
  • beim Feiern der Liturgie
  • bei Ausflügen usw.


Gemeinsam möchten wir durch unsere Gastfreundschaft, die stets ergänzungsbedürftig ist, erreichen:
  • dass unsere Gäste sich bei uns wohl fühlen,

  • dass sie ein Stück Lebens- und Glaubensvertiefung erfahren;

  • dass sie sich in ihrer Würde bei uns geachtet wissen;

  • dass sie in uns Menschen finden, die ihnen aufrichtig zuhören und wenigstens zeitweise nahe sein wollen;

  • dass sie Mut und Kraft finden, trotz vieler negativer Erfahrungen für sich nach guten Lebenschancen zu suchen.


In unserer Gastfreundschaft möchten wir für die Gäste
  • einfach da sein – klar und verbindlich,

  • aufmerksam, aber weder aufdringlich noch bevormundend sein,

  • frei von Vorurteilen und Urteilen sein,

  • möglichst unabhängig von Anerkennung und Dankbarkeit sein,

  • und dabei Menschen bleiben mit Schwächen und Empfindlichkeiten.


In jedem Menschen, der zu uns kommt, möchten wir einen einmaligen Menschen mit einer unverlierbaren Würde und einer einmaligen Lebensgeschichte sehen. Im Laufe der Jahre haben wir gesehen, wie tief wir alle – sowohl die Gäste als auch wir, die wir hier leben - von unserer Lebensgeschichte geprägt sind. Und die ist oft nicht so rosig, wie wir selbst glauben wollen. Unser christlicher Glaube sagt uns: Jeder Mensch ist ein Kind Gottes, erlöst durch Jesus Christus, Tempel des Heiligen Geistes, berufen zum Leben in Fülle schon hier und dann bei IHM.

Von diesem Glauben bestimmt, müssen wir schmerzhaft Grenzerfahrungen bekennen –

bei uns selbst:

obwohl wir es nicht wollen,
  • tun wir Unrecht und verletzen wir einander,

  • wir lassen uns manchmal von Angst und Misstrauen bestimmen,

  • wir sind eifersüchtig und ehrgeizig,

  • wir haben nicht immer die notwendige Geduld,

  • wir merken, dass wir nicht allen helfen können (z.B. psychisch Kranken, weil unser Leben in Stille und Gebet für sie meist nicht förderlich ist u. a.) und

  • wir treffen manchmal auch falsche Entscheidungen.


und bei den Gästen:
  • sie sind genauso wie wir festgelegt durch ihre Geschichte, Enttäuschungen und Hoffnungen

  • sie haben Angst vor Veränderungen, wenngleich sie sich danach sehnen.

  • sie lehnen oft Hilfe ab, die ihnen angeboten wird.


Die Gäste sind Spiegel unseres eigenen Verhaltens. Wir dürfen von ihnen viel für unser persönliches Leben lernen.

Um diesen Dienst der Gastfreundschaft kontinuierlich leben zu können, ist es für uns notwenig,
  • dass wir unser Leben und Arbeiten permanent reflektieren,

  • dass wir uns ständig weiterbilden – im religiösen Bereich, im menschlichen Bereich, im Arbeitsbereich, den wir im Haus übernommen haben;

  • dass wir ständig offen bleiben für neue Begegnungen und liebevolle Kritik;

  • dass wir aus dem geistlichen Leben (persönliches und gemeinschaftliches Gebet, Meditation, Eucharistiefeier, Stunde der Stille, Bibelgespräch) Energie und Hoffnung schöpfen;

  • dass wir auftretende Missverständnisse möglichst rasch ansprechen, damit es nicht zu unnötigen Machtkämpfen kommt;

  • dass wir uns mit anderen austauschen, die ähnliche Aufgaben erfüllen. Gott sei Dank ist unser Haus eine einmalige Informationsbörse, weil Menschen aus allen Bereichen mit großer Offenheit und Freude am Austausch zu uns kommen;

  • dass wir rechtzeitig für Entspannung und Erholung sorgen. Dies wird oft viel zu wenig beachtet.

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Downloads

Hier stehen die aktuellen Angebotsprospekte als PDF-Dateien zur Verfügung.
Gerne senden wir auch Prospekte (bei Bedarf mit Ständern) zum Aufstellen per Post zu. Wenn du Interesse hast, nimm mit uns Kontakt auf.

Prospekt Geistliches Zentrum 149 KB
Prospekt Gast sein 164 KB
Prospekt Auszeit 132 KB
Prospekt Orientierungsjahr 85,8 KB
Prospekt Liturgie 93,4 KB
Prospekt Heilsame Stille 116 KB



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