A-8081 Heiligenkreuz a. W., Friedensplatz 1, Tel: +43 (0)3135/82625

Unser Leben mit Flüchtlingen im Haus der Stille

Unser Leben mit Flüchtlingen im Haus der Stille

Mohammed, Aziz, Augustin, Christella und ihr Baby Merrick, Fahad und Dahir leben seit einiger Zeit bei uns, 3 Jahre schon die "älteren", 2 Monate die „jüngeren".
Somalia, Nigeria, Burundi. Moslems, Christen, ein Jesidi hat 3 Jahre lang mitgelebt.
Dickson war aus Liberia, Vandi und Philip aus Sierra Leone, Bako und Hovik aus Armenien, Nasiha und ihre Familie aus Bosnien, Adem lebt immer noch in unserer Nähe. Und viele andere im Laufe der 35 Jahre Haus der Stille. Mit vielen besteht immer noch Kontakt.
Was wären wir persönlich ohne sie geworden? Wie wäre unser Gemeinschaftsleben ohne sie? Wie erleben sie selber diese Mischung der Kulturen und Religionen im fremden Land und in ihrer schwierigen Situation? Alle Fragen, die man nicht zu beantworten vermag, die einfach gelebt werden.

Da Christella* notgedrungen eine Zeit bei uns bleibt, statt zu ihrem Freund nach Wien ziehen zu können - die Aufenthaltsgenehmigung ist immer noch nicht angekommen- wird sich die ganze "Familie Haus der Stille" weiter um sie kümmern, mit großer Freude.
Christella spricht Französisch, Colette und P. Ludwig können helfen. Somalisch, Arabisch, Portugiesisch, Ungarisch, Russisch, Englisch, verschiedene afrikanische Sprachen, Was hört man denn nicht auf unseren Gängen! Was für köstliche Speisen bekommen wir ab und zu! Und erst die Küchengerüche im Haus "Emmaus"…!
Zerewan, von der Jesidi Religionsgemeinschaft, ist zurück im irakischen Kurdistan. Er wurde von P. Karl begleitet. Mohammed und Aziz halten und vermitteln den Kontakt auf Arabisch. So ist unser Zusammensein!

Der Anfang ist doch oft nicht so einfach. Wir sind offizielle Beherbergungsstätte für bis zu 7 Flüchtlinge. Traiskirchen schickt uns die neuen, sobald wir einen freien Platz melden. Da kommt einer mit einem kleinen Plastiksackl, aus einem beliebigen Land. Nono, unsere Hündin, ist meistens die erste, die verständlich für alle, herzlich begrüßt.
Meistens sind einige Asylsuchende schon länger da und sie lassen sich sehr gern und kompetent in die Einführung der Neuen einspannen. Es geht um das Alltagsleben, um Essensvorschriften, um Ärztinnenbesuch, um psychologische Unterstützung, um Wege und Unterstützung zu den Behörden. Und so schnell wie möglich um Deutschkurse!

Eine Lehrerin, Expertin für Migranten und Freundin vom Haus, aus Graz, Elisabeth Smonig-Seidnitzer kommt ehrenamtlich jede Woche mehrere Stunden. Wir versuchen ISOP- Kurse zu belegen, die nicht so kostspielig sind, aber manchmal müssen wir doch andere Kurse aussuchen, damit die Neuen nicht monatelang auf Deutschunterricht warten müssen. Lisi Waltersdorfer trainiert weiter bei Bedarf .

P. Ludwig organisiert Ausflüge, begleitet auf unzähligen Wegen, vor allem am Anfang.
Denn unser Ziel ist es, ihnen die Selbstständigkeit und Selbstverantwortung, die sie auf der Flucht um ihr Leben zu retten, verloren haben, so schnell wie möglich zurückzugeben.

Sie lassen uns nicht nur Anteil an ihrer Kultur haben, sondern setzen auch ihre Fähigkeiten im Mitarbeiten ein. Seit einigen Jahren dürfen sie für ca. 30 - 40 Stunden pro Monat bezahlt bekommen. Und das machen sie mit großer Freude. Eigentlich sind sie da, weil sie ein neues Leben aufbauen wollten, an einem Ort, wo sie nicht jeden Tag um ihr Leben bangen müssen oder gar keine Zukunftsperspektive haben: Krieg, Morddrohung, Verfolgung, Unfreiheit, Arbeitslosigkeit, Unmöglichkeit eine minimale Schulbildung zu bekommen.
Man müsste sich die einzelnen Lebensgeschichten geduldig anhören, bevor man ein schnelles Urteil fällt! Eine Flucht ist bei weitem keine Urlaubsreise!
Wer mehr wissen will, es gibt einige Bücher: z.B. „Hoffnung im Herzen und Freiheit im Sinn“, von Zekarias Kebraeb oder „Mein Weg vom Kongo nach Europa“, Emmanuel Mbolela, mit politischer und wirtschaftlicher Auseinandersetzung.

Colette Brun

*Nachtrag: Christella hat am 3. Dezember 2014 ein Aufenthaltsrecht aus humanitären Gründen für 1 Jahr bekommen.

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Offene Tanzabende

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TANZE – soviel du tanzen kannst,
TANZE – um Begeisterung für’s Leben wieder zu finden,
TANZE – um deine Seele zu erwecken, wenn sie schläft,
TANZE – um zu hoffen, zu vertrauen, zu glauben,zu lieben, zu heilen.

aktuelle Termine: Mittwoch, 19 bis 21 Uhr
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Leitung:
Hedi Mislik
ChoRa Kreistanzleiterin, Tanz- und Ausdruckspädagogin

Keine Anmeldung notwendig!

Beitrag: freiwillige Spende


WANDERUNGEN

Markusweg

Markusweg

Gemeinsame Begehung des Markusweges

auf Anfrage möglich
Mai bis September 2019

Wenn es unter den Gästen im Haus Interesse an einer gemeinsamen Begehung des Markuksweges gibt, wird jemand vom Haus diesen Weg begleiten.
Wenn jemand von auswärts dazukommen möchte, bitten wir um Anfrage, ob an diesem Samstag tatsächlich gegangen wird.

Nähere Informationen:
Haus der Stille Tel: +43 (0)3135 / 82625

Nach Vereinbarung stehen wir für Gruppen als BegleiterInnen für den Markus- und Ermutigungsweg zur Verfügung!


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