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Impulse aus dem Haus der Stille


Solange wir wegen der aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus nicht als Gastgeber für dich da sein können, wollen wir dich mit spirituellen Impulsen auf dieser Seite durch diese Zeit begleiten.
Aktuelle Bilder aus unserem Haus und Garten werden die Texte und Gebete ergänzen.

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Sonntag, 6. Juni 2021

Sonntag, 6. Juni 2021

Selbstbewusst den eigenen Weg gehen


Eine der größten Herausforderungen für uns Menschen ist es, seinen eigenen Weg zu finden, zu bejahen und zu gehen. Familientraditionen, Vorstellungen der Eltern, der Verwandten, des Freundeskreises oder des Partners können dem genauso entgegenstehen wie religiöse Traditionen, Normen oder Lebens-Vorstellungen. All diese, oft vehement und manchmal sogar bösartig formulierten Einwände, machen es oft schwer, zu sich, zu seiner Orientierung, zu seiner Überzeugung, zu seinen Wünschen, zu seinem Glauben zu stehen. Auch unsere Gesellschaft ist in weiten Kreisen noch so strukturiert, dass „man“ sich so und nicht anders verhalten soll und darf, sonst gehört „man“ nicht mehr dazu.

Hier dem eigenen Gewissen zu folgen, sich treu zu bleiben ist nicht immer leicht. Es macht es oft auch nicht leicht, sich selber überhaupt zu finden, zu bejahen und zu sich zu stehen. Von Jesus dürfen wir heute lernen, dass dieser Weg der Individuation, den auch die Gesellschaft zur Zeit Jesu so nicht kannte, von jeder und von jedem von uns gegangen werden darf. „Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen.“
Diesen Angriff auf die eigene Person, muss man erst einmal verkraften. Da muss viel innere Festigkeit vorhanden sein, damit man nicht zu sehr verunsichert und verängstigt wird. Und doch ist jeder von uns aufgerufen, den Weg der inneren Erkenntnis zu gehen und diesen Weg auch nach außen zu verteidigen.

In der Lesung aus dem Buch Genesis haben wir einen Ausschnitt aus der Schöpfungsgeschichte gehört. „Adam, wo bist Du?“ So ruft Gott nach Adam. „Ich habe deine Schritte gehört im Garten; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich. Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, davon nicht zu essen?“
Dieser Mythos erzählt uns die Bewusstwerdung des Menschen. Er erzählt, dass der Mensch (Adam) sein Nackt-Sein erkennt. Nackt ist einfach ein Bild dafür, dass der Mensch sich selber bewusst wird, sich selber erkennt. So entsteht die Scham. Scham ist nach Meinung der meisten Forscher zwar angeboren, aber sie wird erst dann spürbar und wirksam, wenn ein Kind zwischen sich und seiner Umwelt unterscheiden kann. Also, Adam, der Mensch, lernt sich von anderen zu unterscheiden. Diese Unterscheidung vertreibt ihn zwar aus dem Paradies, aber sie hilft ihm, als Mensch unterscheidungsfähig, ich-bewusst und er selber zu werden. Eigenschaften, die wir zum Leben notwendig brauchen. Adam erkennt also, wer er ist. Und wenn wir erkennen, wer wir sind, dann sind wir auch dazu befähigt, zu erkennen, wie wir unseren Weg gehen wollen und gehen sollen.

Dieses Bewusstsein, wer er ist und was sein Weg ist, ist auch in Jesus gewachsen, so dass er den Angriffen und Unterstellungen, denen er sich ausgeliefert sieht, selbstbewusst und ohne Angst und Unsicherheit entgegenstellen kann. Er kann sogar argumentativ antworten und widersprechen. Was zeigt, dass er für sich klar hat, wer er ist und wofür er steht. Den eigenen Weg zu gehen, führt uns heraus aus alten, auch engen religiösen Traditionen, aus Familienbanden, aus gesellschaftlichen Normen und führt uns hinein in neue Beziehungen, in neue Milieus, in neue Familien und Gemeinschaften, zu denen ich dann gehören möchte.

Beide Geschichten möchten uns helfen, dem eigenen Gewissen zu folgen. Dem, was der Geist in mir redet. Dem, was in mir zu mir spricht und mir meinen Weg zeigen möchte. Dieses Gewissen und diese innere Stimme zeigt sich oft leise und in vielen Situationen. Hier sensibel und wach zu sein, ist wichtig, um uns nicht zu überhören. Keinen Bestand werden wir haben, wenn wir in uns gespalten sind. Wenn wir unserem Gewissen nicht folgen. Wenn wir dem folgen, was „man“ von uns erwartet. Wenn wir aus Angst und Furcht uns nicht trauen, wir selber zu sein. Trauen wir uns also, ganz zu werden. Trauen wir uns zu, zu uns zu stehen und den Weg der Erkenntnis von Gut und Böse zu gehen, damit wir zum wahren Menschsein gelangen, in einer Umgebung, von der wir sagen können: „Das hier sind meine Mutter und meine Brüder“.

Einen schönen Sonntag euch allen!
Sascha Heinze SAC


Donnerstag, 3. Juni 2021 - Fronleichnam

Donnerstag, 3. Juni 2021 - Fronleichnam

Wir kommen, wohin wir schauen


Die Verehrung und die geglaubte Gegenwart Jesu in den verwandelten Gaben von Brot und Wein ist seit Jahrhunderten Gegenstand ganz unterschiedlicher Frömmigkeitsübungen, Glaubensinhalte und Verständnisfragen. Wie soll die Gegenwart Jesu in Brot und Wein geglaubt werden? Wie können wir heute die angenommene Gegenwart Gottes in den Gestalten von Brot und Wein verstehen und feiern und uns ihnen nähern?

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Gebet in der Corona-Krise

Herr, du Gott des Lebens,
betroffen von der Not der Corona-Krise kommen wir zu dir.
Wir beten für alle, deren Alltag jetzt massiv belastet ist
und bitten um Heilung aller Erkrankten.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Tröste jene, die jetzt trauern, weil sie Tote zu beklagen haben.

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über uns / Impulse

Impulse - Archiv

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